Lehrer:innen von morgen begeistern sich für soziales Engagement

25.10.2022
dieziwi
ulf
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Lehrer:innen von morgen begeistern sich für soziales Engagement

Beim L.E.V.-Marktplatz an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz kamen soziale Organisationen mit über 100 Studierenden ins Gespräch.

(Linz, 25. Oktober 2022) Beim diesjährigen "L.E.V. Marktplatz – Ort gelebter Vielfalt" am 25. Oktober 2022 durften die Pädagogische Hochschule der Diözese Linz (PHDL) und das Unabhängige Landesfreiwilligenzentrum (ulf) wieder über hundert Besucher:innen begrüßen. 25 Organisationen und Vereine aus Oberösterreich stellten ihre Arbeit vor, tauschten sich mit den Studierenden aus und sprachen über ihre Engagementmöglichkeiten.

Dabei bekamen die angehenden Lehrer:innen Einblicke in die Vielfalt des Sozialbereichs: Von Patenschaftsprojekten für Kinder aus benachteiligten Familien über Projekte für psychisch erkrankte Menschen bis hin zu Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und vielen weiteren Organisationen war eine große Bandbreite vertreten. Durch den Austausch bekamen die Studierenden einen Blick über den Tellerrand der Hochschule und wurden dazu inspiriert, sich für aktuelle gesellschaftliche Themen aktiv einzusetzen. Eine Studentin fasst es so zusammen "Es war ein lehrreicher und spannender Tag. Besonders spannend habe ich das Kennenlernen der verschiedenen Institutionen gefunden." Eine andere Studentin merkte an: "Diese Veranstaltung war sehr informativ. Man hat viele verschiedene Eindrücke bekommen, welche Möglichkeiten es gibt, Menschen sozial zu unterstützen und ebenfalls welche Probleme viele Menschen in Österreich haben."

Soziallandesrat Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer sagte, dass für die wichtigen Fragen, die uns als Gesellschaft betreffen, nicht nur der Staat zuständig sein kann. An die Studierenden gerichtet meinte er: "Wenn wir eine Verantwortungsgesellschaft etablieren wollen, kommt es auf Sie an, auf die Lehrkräfte von morgen."

Lernziel Menschlichkeit

"In einer an Effizienz, Konkurrenz und Gewinnstreben orientierten Welt scheinen die Potenziale der Solidarität und des Mitfühlens immer mehr verloren zu gehen", sagt HR Prof. Mag. Dr. Franz Keplinger, Rektor der Hochschule. "Dies birgt für Bildungsinstitutionen grundlegende Herausforderungen. Wissen und Können allein sind noch kein Garant für ein gelingendes Leben. Vielmehr braucht es auch so etwas wie ein 'Lernziel Menschlichkeit'. Dabei nehmen gerade Lehrerinnen und Lehrer Schlüsselpositionen in unserer Gesellschaft ein. Sie bereiten Kinder und Jugendliche auf ein anspruchsvolles Leben in einer demokratischen, offenen, und humanen Gesellschaft vor. Wir sind als tertiäre Bildungseinrichtung davon überzeugt, dass es zur Wahrnehmung dieser verantwortungsvollen Aufgabe nicht nur gut ausgebildete, sondern auch gebildete Lehrer:innenpersönlichkeiten benötigt", sagt Keplinger.

Der Persönlichkeitsbildung komme daher im Curriculum der PHDL eine hohe Priorität zu. "Wissen und Können ist das eine, die Arbeit an Haltungen und Einstellungen das andere. Pädagog:innen haben eine wichtige Vorbildfunktion. In Anbetracht der vielfältigen gesellschaftlichen Herausforderungen benötigen wir mehr denn je kritische, engagierte und couragierte Menschen, die sich für das Gemeinwohl in unserer Gesellschaft einsetzen", so Keplinger.

Soziales Engagement als Teil des Studiums

"Mit dem Projekt Lernen.Engagement.Verantwortung – kurz L.E.V. – setzen wir genau dort an. Dabei engagieren sich die Studierenden in unterschiedlichsten Einrichtungen und Vereinen und bekommen so ein Gespür für soziale Themen", sagt Magdalena Plöchl vom ulf. In Kooperation mit der PHDL und auch der Johannes Kepler Universität bietet das ulf den Studierenden vielfältige Möglichkeiten an, im Rahmen ihrer Ausbildung Erfahrungen außerhalb der Hochschule zu sammeln und einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Diese Erfahrungen werden in Lehrveranstaltungen aufgegriffen, mit fachlichem Wissen und Kompetenzen verbunden und theoriegeleitet reflektiert. Mit diesem Konzept können Studierende sowohl ihre pädagogischen, aber auch ihre persönlichen Kompetenzen erweitern und vertiefen. Übergreifendes Ziel ist es, die Zivilgesellschaft und damit die Demokratie zu stärken.

Expert:innenvorträge

Die mehr als 100 Studierenden und Pädagog:innen informierten sich auch bei mehreren Vorträgen. So stellte etwa die Sprachsoziologin und Diskursforscherin Ruth Wodak in der Keynote die Frage "Wer sind wir?" und sprach über die diskursive Konstruktion österreichischer Identitäten 1995 – 2015. Hannes Pölzgutter, Geschäftsführer bei Allianz für Kinder gab einen Einblick in die Lebenssituation von Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten. Und Leo Ho, der Präsident von Ärzte ohne Grenzen Österreich stellte in seinem Vortrag das Thema Diversität in den Mittelpunkt.

Über uns

Unabhängiges Landesfreiwilligenzentrum

Das Unabhängige Landesfreiwilligenzentrum (kurz ulf) ist das Kompetenzzentrum für freiwilliges Engagement im oberösterreichischen Sozialbereich. Als erste Anlaufstelle motiviert es Menschen aller Altersgruppen, freiwillig tätig zu werden, vermittelt sie an Vereine, Initiativen und Organisationen und begleitet sie bei ihrem Engagement. Zudem berät und unterstützt das ulf Freiwilligenorganisationen bei ihrer Arbeit, greift proaktiv Themen auf und setzt bedürfnis- und bedarfsorientierte Projekte um. Gegründet 2008, ist das ulf ein Arbeitsbereich des Vereins „dieziwi – Die Zivilgesellschaft wirkt“ und wird unterstützt durch das Sozialressort des Landes Oberösterreich und das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.

www.ulf-ooe.at

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