Presseaussendung: Gemeinsam gegen Barrieren und Beschämung

24.09.2022
Artikel teilen
Bildmaterial: Nell Leidinger

Gemeinsam gegen Barrieren und Beschämung

Unser aller Energie- und Lebenskosten steigen. Eine Stundung zu beantragen oder um Hilfe anzusuchen, fällt vielen schwer. Manchmal hindern die eigene Scham und die Angst, von außen beschämt zu werden, vor dem Behördengang.

Dabeisein als freiwilliges Engagement

Seit 2021 nimmt sich das Sozialprojekt mitgehn der Sache an. Freiwillige begleiten Menschen, die Hilfe benötigen, auf dem Weg zum Amt, zur Bank, in Gesundheitseinrichtungen, zu Gerichten, sozialen Einrichtungen oder ähnlichen Terminen. So soll Barrieren und Beschämung vorgebeugt werden.

„Eine Begleitperson wirkt oft deeskalierend und gibt der begleiteten Person ein Gefühl der Sicherheit“, sagt Lisa Himmelsbach vom Unabhängigen Landesfreiwilligenzentrum (ulf), die das Projekt leitet. Vielen Betroffenen fehle es jedoch an Möglichkeiten, bei sozialen Einrichtungen oder Peers eine Begleitung anzufragen, weiß die Sozialarbeiterin. „Hinzu kommt, dass prekäre Lebenslagen häufig zu sozialer Isolation führen, wodurch es Betroffenen auch an einem sozialen Umfeld fehlt“, sagt Himmelsbach.

Gut geschult zum Termin

Wer sich zum „mitgehn“ meldet, erhält vorab eine Schulung beim ulf. Das gibt Begleiter:innen und Begleiteten die notwendige Sicherheit für den mitgeh-Termin. Wer sich als Freiwillige:r melden will, muss mindestens 21 Jahre alt sein und einen einwandfreien Leumund haben. Für die Begleitung erhalten die Freiwilligen einen Ausweis, der bei Bedarf bei der Behörde vorgezeigt wird. Darauf finden sich die Kontaktdaten des ulf und auch die rechtlichen Grundlagen, die eine derartige Begleitung möglich machen.

Freiwillige begleiten Betroffene auf Basis des sogenannten Rechtsbeistands, der im Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetz (AVG §10, Absatz 5) geregelt ist. Wichtig dabei: Als Rechtsbeistand kann eine Person beraten werden – man darf aber nicht für sie sprechen. Diese Haltung ist essentiell für die Begleitungen, um Diskriminierungen zu vermeiden.

Wer kann eine Begleitung beanspruchen?

mitgehn richtet sich an Menschen, die von Armut bedroht sind, an Menschen mit Beeinträchtigungen, psychischer oder chronischer Erkrankung sowie Alleinerziehende.

Wie läuft so eine Begleitung ab?

Betroffene geben ihren Begleitwusch telefonisch oder per E-Mail beim ulf bekannt. Das Freiwilligenzentrum schreibt den mitgeh-Wunsch im Anschluss an die Freiwilligen aus und stellt den Kontakt her.

Kommt ein mitgeh-Termin zustande, treffen sich Freiwillige und Betroffene vorab an einem konsumfreien Ort. So können Betroffene vorher schildern, was ihnen besonders wichtig ist und in welcher Form sie während des Termins unterstützt werden möchten. Dann geht es gemeinsam auf zum Termin. Im Anschluss wird der Termin noch kurz gemeinsam besprochen und Rückmeldung gegeben.

Präsentationsveranstaltung im Wissensturm

Mehr Informationen zum Projekt und erste Ergebnisse der Begleitungen werden am 6. Oktober von 13:30-16:00 im Wissensturm Linz vorgestellt. Die Veranstaltung richtet sich an alle interessierten Personen und es wird zum Austausch zwischen Betroffenen, sozialen Organisationen, Stakeholder:innen und Interessierten eingeladen.

Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist kostenlos. Wir bitten um Anmeldung per Online-Formular unter www.ulf-ooe.at oder telefonisch unter +43 650 47 00 072.

Nähere Infos zum Projekt: https://www.ulf-ooe.at/mitgehn/

Nähere Infos zum Veranstaltung: https://www.ulf-ooe.at/va/mitgehn-praesentationsveranstaltung/

 

Realisiert wird das Projekt vom Unabhängigen Landesfreiwilligenzentrum ulf gemeinsam mit der Armutskonferenz und in Kooperation mit der Plattform „Sichtbar Werden“. Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz und der Fonds Gesundes Österreich fördern das Projekt. Das Sozialressort des Landes Oberösterreich finanziert die nötige Infrastruktur für das Projekt im ulf. 

Rückfragen-Kontakt für Interessierte an mitgehn

Verein dieziwi. – Die Zivilgesellschaft wirkt.
Unabhängiges Landesfreiwilligenzentrum
Lisa Himmelsbach
+43 664 240 91 93 | mitgehn@dieziwi.at

Rückfragen-Kontakt für Presseangelegenheiten

Verein dieziwi. – Die Zivilgesellschaft wirkt.
Petra Pongratz
Martin-Luther-Platz 3/3, 4020 Linz
+43 650 47 00 072 | info@dieziwi.at | www.dieziwi.at

Zurück

Mehr zum Thema